Interview


Peter Frank

Peter Frank
von www.action-and-sports.de

Fotograf aus Ingolstadt
Internet: www.action-and-sports.de
Interviewdatum: 31.05.2007

 
 

Der Fotograf Peter Frank fotografiert in seiner jetzigen Zeit viel für die Presse und ist auf Events wie Fußballspielen in der Bundesliga und Championsleague unterwegs und auch bei diversen Sportveranstaltungen vor Ort. Es ist seine Leidenschaft die Kamera in der Hand zu halten und Aufnahmen voller Emotionen zu schießen.
Das Portal "photab" hatte die Ehre ein kurzes Interview mit dem Fotografen Peter Frank zu führen und ein paar seiner Werke zu veröffentlichen.


Das Interview

Photab: Peter Frank, bitte erzähle ein wenig über deine Person, wer Du bist, was Du machst, wo Du wohnst und wie alt Du bist.
Hi, ich bin Peter Frank, gelernter Industriekaufmann aus Ingolstadt und 43 Jahre "jung".

Photab: Wie kamst du eigentlich zum Fotografieren?
Das Interesse wurde bei mir bereits in meiner Kindheit geweckt und so lieh ich mir bereits im Altervon 8 Jahren Vaters Pentax SLR aus, um damit zu knipsen nach der Devise" wenn die Sonne lacht, Blende "8" ".
Irgendwann war es mein Vater leid und ich bekam die Cam samt Optiken von ihm geschenkt und das Unheil begann.


Früher wie heute ist es nach wie vor, an seine Grenzen zu stoßen und neues zu Lernen. Gleichzeitig bedeutet Fotografie für mich das ganz klassische Abbilden der Situation, das heißt die Gegenwart mit in die Zukunft nehmen um dann in der Vergangenheit schwelgen zu können. In der heutigen Zeit liegt der Schwerpunkt der Faszination unter anderem auch auf der kommunikativen Ebene. Austausch mit Gleichgesinnten, sowohl über das Internet, als auch in persönlichen Treffen. Es entstanden über die Jahre feste Freundschaften, welche es bei dem gleichen Hobby zu pflegen gilt, ohne das dabei die Fotografie das Wichtigste ist, sondern eher der Spaß an der Sache, gemeinsam etwas zu unternehmen, zu lernen und Wissen weiterzugeben.

Photab: Was möchtest Du dem Betrachter Deiner Aufnahmen bzw. Fotos vermitteln? – Legst Du dabei einen gewissen Schwerpunkt fest?
Ich möchte, dass der Betrachter von meinen Bildern in seinen Bann gezogen wird. Auf einen gewissen Schwerpunkt möchte ich mich hier nicht festlegen, da ich denke, dass dies ein sich stetig weiterentwickelnder ist. Alles andere wäre Stillstand, welcher in der heutigen Zeit Rückschritt bedeutet.


Photab: Welches Equipment nutzt Du für Deine Fotos?
Bis September 2006 war ich bekennender Nionianer, welcher zu Anlogzeiten und auch im digitalen Zeitalter versucht, immer möglichst nahe dem neuesten Stand der Technik zu sein.
Augenblicklich nutze ich aufgrund der geänderten Vorsaussetzungen in der Art meiner Fotografie das Canonsystem. Dies ist allerdings nicht festgezurrt bis in alle Ewigkeit. Sollte ein anderer Hersteller ein Produkt auf den Markt bringen, welches mich weiterbringt, würde ich auch zu Meier, Müller, Schultze wechseln.


Photab: Hast Du eine professionelle Ausbildung zum Fotografen gemacht?
Ich bin reiner Autodidakt, die üblichen Kurse in der Schule einmal ausgenommen. Ich hatte allerdings immer die Möglichkeit von erfahrenen Fotografen dazuzulernen und nahm hier jede Möglichkeit wahr. Der größte Glücksgriff war für mich 1992-1995 als ich für meine damalige Firma für die Werbung verantwortlich war und hier bei Modeproduktionen die Organisation / Durchführung übernahm, dann natürlich schon aus Eigennutz dem Fotografen assistierte, um wirklich soviel wie möglichen Wissen aufzusaugen. Dies ging dann in den letzen Jahren soweit, dass ich ein fürchterlicher kritischer Auftraggeber wurde, da ich mit konkreten Vorstellungen das Briefing an das Team weitergab und sogar Vorstellungen von der exakten Lichtführung am Suit hatte. Ich denke es war zu diesem Zeitpunkt für keinen vom Team bei einer solchen Fotoproduktion eine Wonne, mit mir zu arbeiten, da ich eben alles minutiös geplant hatte und es in der so lockeren Welt einer Modestrecke plötzlich gar keinen Leerlauf mehr gab. Seit diesem Zeitpunkt habe ich gelernt, mehr an der Komposition als an der Technik zu feilen, da die Technik die Grundvoraussetzung ist

Photab: Wie bist Du an die Pressearbeit als Fotografen gekommen & und welche Tipps hast Du für zukünftige Fotografen im Pressebereich?
Eine witzige Geschichte: Fotos speziell von Reisen habe ich an sich schon immer verkauft. Für eine regionale Zeitung als Freier am Wochenende mal die eine oder andere Veranstaltung aushilfsweise fotografiert.

Doch nun zur Geschichte an sich :

Ein Freund, welcher im hiesigen Eishockey Verein die Bambinis trainiert, fragte mich (nachdem er meine Naturbilder natürlich kannte), ob ich nicht bei einem Turnier einmal seine Kiddies knipsen wolle. Ich stimmte dem gerne zu, war Eishockey für mich bisher nur aktiv auf dem Eis, oder als Fan das Objekt der Begierde. Mehr als schlechte Bilder konnten dabei ja nicht herauskommen.

Ich knipste also das Turnier und stellte in einem Fotoforum ein Bild des Turniers ein. Prompt bekam ich einen Kommentar welcher sachlich und auch fachlich höchst kompetent war.

Tja der Anfang vom Ende begann und ich bin auf die Seite des Kommentierenden und siehe, da waren Sportfotos allererster Sahne, speziell vom Eishockey eben Topbilder. Wir blieben im Kontakt und Spaßeshalber teilte ich diesem (positiv) Kerl mit, wenn sein Team in Ingolstadt in den Play Off’s spiele, müsse er nicht die 700 km von Hamburg daher fahren, ich würde das übernehmen.

Ein Spiel später bekam ich eine SMS, wo denn die Bilder bleiben würden und ich war derart überrascht, es waren
a. noch keine Play Off’s
b. es spielte nicht Hamburg, sondern Berlin

Ich meldete mich natürlich unverzüglich und bekam zu hören, die Agentur hätte mich aber akkreditiert. Ein Missverständnis gleich zu Beginn.

Als es dann in die Play Off’s ging, spielte Hamburg noch immer nicht gegen Ingolstadt, aber sie baten mich, doch mal ein Spiel zu knipsen. Meine damalige Ausrüstung war nicht auf Geschwindigkeit ausgerichtet, aber vom Bambinieishockey wusste ich, dass da ganz gute Bilder dabei sein könnten.

Das Ergebnis war ernüchternd, ich frustriert und die Hamburger in keinster Weise böse. Meine Sitzplatzdauerkarte tauschte ich nun gegen eine Akkreditierung ein und es waren eher Zufallstreffer, welche mir gelangen und viel viel scharfe Banden und unscharfe Spieler.

Doch mich sollte der Ehrgeiz schon noch packen. Am Ende der Saison war ich um eine Erfahrung reicher, das Thema Eishockey Fotografie abgehakt.

Der Kontakt zur Agentur ist natürlich nicht abgerissen, ich bin von Sportveranstaltung zu Sportveranstaltung gerannt und habe hier im regionalen Raum, geübt geübt geübt. Irgendwann im Juli fragte mich dann die Agentur, ob ich nicht die nächste Saison Eishockey in Ingolstadt knipsen wolle. Eher widerwillig habe ich zugesagt, wollte ich mir doch auch das eine oder andere Spiel von der Tribüne aus ansehen und mit meinen Freunden dabei das eine oder andere Bierchen trinken. Die ersten Honorare kamen, die Agentur fragte mich an einem Spielfreien Freitag, was ich den vorhätte und Schwupps war ich in Augsburg beim Knipsen. So wuchs dies relativ schnell Organisch. Zum Eishockey in Augsburg kam dann Eishockey in Nürnberg und irgendwann einmal die Frage, ob ich den nicht Boxen fotografiere wolle. Tja, dann kam ein Kampf von Markus Beyer und die Entscheidung war gefallen, eine schnellere Cam muss her. Der Cam folgte daraufhin der übliche Weg, weniger Ausschuss, mehr Veröffentlichungen und auch regional plötzlich gut beachtet. So ging es dann weiter mit Fußball in den höheren Klassen bis hin zu den Heimspielen des 1.FC Nürnberg, Leichtathletik, Schwimmen, Motorsport natürlich Hockey. Alles was eben so im Umkreis von ca. 100 km anfiel. Tja ein Ende ist nicht abzusehen, es kommen wichtigere Ereignisse auch dazu, auch wenn diese über größere Distanzen zu erreichen sind.

Was kann ich jenen raten, welche in diesen bereich Fuß fassen wollen:

Nichts überstürzen, bei kleineren Events anfangen auch hier sind häufig Redakteure vor Ort, welche dann gerne Bilder hätten, beziehungsweise auch die Vereine an sich, wenn der Neueinsteiger in die Pessefotografie meint, seinen Workflow an der Cam top zu beherrschen und bereits einige wirklich gute Referenzbilder (müssen nicht veröffentlicht sein), dann kann er sich bei der ansässigen Zeitung als Freier bewerben und dies als Sprungbrett nutzen. Wichtig ist in diesem Fall, zu beweisen, dass man gut, schnell und immer zuverlässig ist. Dies ist wohl erst einmal die schwierigste Hürde, denn die wirklichen Toptermine bekommen weiterhin die etablierten Fotografen und hier heißt es: Ausdauer zeigen, denn irgendwann ist einmal der Punkt, an welchen man sich richtig beweisen kann (bei mir war das Regional eine Sonderzugfahrt der Eishockey Fans, als ich daraufhin 25 Bilder in einer Ausgabe hatte, weil der Chefredakteur von den Bildern begeistert war)

Alles weitere ergibt sich dann Stück für Stück und hat auch etwas mit Glück zu tun.

Voraussetzungen sind trotzdem:
Beherrschung des Equipments.
Immer versuchen, Topqualität zu liefern, wenn dies manchmal auch wirklich schwer ist
Zielstrebigkeit
Zuverlässigkeit

Photab: Wer ist Deiner Meinung nach der/die beste Fotograf/in?
Die Fotografie ist zu vielschichtig um hier eine Einzelperson zu nennen, es wäre vermessen hier einen Einzelnen zu nennen.

Photab: Zum Schluss möchte ich gerne wissen, welches Deiner Meinung nach die beste, von Dir gemachte Aufnahme ist?

Ich warte noch darauf, dieses zu schießen, denn das Bild, welches mir heute ausgesprochen gut gefällt und ich in Jubelstürme ausbreche, möchte ich morgen anders und besser machen. Beim betrachten meiner analogen Bilder aus den 80’ern sind allerdings einige dabei, welche mich heute wundern lassen, wie unbedarft ich an manche Situationen gegangen bin und welche Ergebnisse ich dabei erzielt habe, welche ich heutzutage nie mehr so angehen würde. Dies sind allerdings Bilder, von welchen ich leider nur noch Abzüge und keine Negative mehr habe.

Photab: Möchtest Du den Lesern dieses Interviews noch etwas mitteilen?
Nie aufgeben und die Fotografie immer mit Spaß betreiben. An der Technik feilen und das "Knipsen" zum kommunikativen und sozialen Highlight mit anderen teilen.
Das sind für mich die schönsten Momente der "Knipserei".

Peter Frank im Internet:

 

Photab bedankt sich für das ausführliche Interview und möchte darauf hinweisen, dass die gezeigten Aufnahmen nicht ohne Rücksprache mit Peter Frank weiter von Dritten veröffentlicht werden dürfen. - Das Veröffentlichen der Aufnahmen von Peter Frank auf www.photab.de wurde vom Fotografen genehmigt.

Portfolio von Peter Frank
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