Im Internet sind etliche Fotografen aus allen fotografischen Richtungen vertreten und spezialisieren sich unter anderem in den Bereichen „Modelfotografie“, „Sport- & Eventfotografie“ und auch der Wildlifefotografie. Nach der Suche im Internet traf ich auf deinen interessanten Internetauftritt www.kocovski.de mit den dazugehörigen Projekten mit zahlreichen Tipps und Making Of’s aus deinen Modelshootings.
Photab: Die Einleitung spricht schon deine Richtung in der Fotografie an. Jan Kocovski, wie kam es zu deiner fotografischen Karriere?
Jan Kocovski: Das ist eine, wie ich finde, sehr spannende Geschichte. Ich habe vor langer Zeit Kommunikations Design im München studiert. Allerdings habe ich irgendwann mal ein ziemliches Tief verspürt und hatte den drang etwas Neues zu probieren. Durch einige sehr erfreuliche Zufälle bin ich dann in die Telekommunikation abgerutscht. Wobei ich das jetzt definitiv nicht abwertend meine. Spannend daran ist, dass ich einige Jahre später das Gefühl hatte wieder in die Fotografie zurückkehren zu wollen. Die Jahre in der Telekommunikation war ich jedoch nicht ganz untätig vom fotografischen Aspekt her. Immer wieder habe ich meine Gedanken verwirklicht und an Ideen gearbeitet die ich letztlich auch umsetzen konnte. Mein Entschluss zu tun was ich heute tue kam natürlich nicht über Nacht sondern war ein Prozess der mich einige Jahre begleitet hat. Ich bin überzeugt das es viele Fotografen gibt die über das Talent verfügen, vielen bleibt aber das Glück verwehrt zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lasse, muss ich gestehen das ich sehr viel Glück gehabt habe und wahrscheinlich das richtige zur richtigen Zeit tat.
Photab: Bei deinem Internetauftritt www.kocovski.de zeigst du deine fotografischen Werke aus dem Bereichen der Modelfotografie. Wie begann deine Arbeit (Planung, Equipment, Vorbereitungen, …) mit den Models und den Ambitionen zur Modelfotografie?
Als ich angefangen hab kommerziell zu fotografieren ging es mir so wie den meisten anderen Kollegen… große Wünsche an Equipment aber einfach zu wenig Bargeld. So besaß ich nur eine Kamera und kein professionelles Lichtequipment. Man muss eben Kompromisse eingehen und aus dem das Beste machen was da ist. Ich hab damals mit Stabblitzen von Metz (Metz 45 CT4) gearbeitet und gezeigt das man auch mit relativ kleinem Budget kommerzielle Qualität abliefern kann. Ehrlich gesagt, arbeite ich auch heute bei Quick & Dirty Jobs oder freien Produktionen sehr gerne mit den Stabblitzen. Allerdings verlangen meine heutigen Jobs leider nach deutlich mehr Equipment, wobei ich mir manchmal nicht ganz sicher bin ob es nicht nur ein Prestige Thema ist.
Photab: Magst du uns verraten, mit welchem Equipment du deine Modelshootings vorbereitest und durchführst?
Jan Kocovski: Klar, ist ja eigentlich auch kein Geheimnis. Ich arbeite im Kleinbildformat mit dem Canon System. Speziell die 1Ds Serie steht mir dabei tapfer zur Seite. Das Glas das ich verwende ist ebenfalls von Canon, am liebsten arbeite ich mit 85mm wenn es um Fashion Themen geht und oft auch mit 200mm wenn ich Beauty Themen abbilde. Das Mittelformat decke ich mit einem Hasselblad System ab, seit neustem mit der H3D-II 39.
Wenn wir über Licht reden, reden wir auch gleich über Hensel. Hier arbeite ich in der Regel mit Generatoren der Tria Serie und im Vergleich zu vielen Kollegen, sehr wenigen Lichtformern. Ich mag sehr gerne härteres Licht und spiele verschiedene Techniken mit einem Beautydish und langen Reflektoren durch. Oft, ehrlich gesagt sehr oft, arbeite ich mit California Sunbounce Reflektoren. Wenn ich jetzt anfange zu schwärmen, käme das wahrscheinlich falsch rüber. Mein Tipp ist: Einfach selber testen! Ein Großteil meiner Arbeit findet abseits des Studios statt, und daher habe ich bei Outdoor Themen ganz andere Anforderungen an Licht. Aus diesem Grund habe ich mich vor langer Zeit entschieden auch sehr viel günstigere Blitzköpfe zu verwenden und bin irgendwann mal gebeten worden Walimex Licht zu testen. Es ist sicher jedem klar, dass es Qualitativ nicht an Hensel, Profoto und die anderen Hersteller im oberen Qualitätssegment rankommt. Trotzdem setze ich die Köpfe bei Outdoor Produktionen sehr gerne ein da sie einerseits sehr günstig sind und ein umgefallener Blitzkopf mich nicht gleich zu Tränen rührt und andererseits ich mit der Licht Qualität Outdoor sehr zufrieden bin.
Photab: Um auch deine weiteren Projekte anzusprechen, möchte ich von der Model- und Eventfotografie zu deinen Making Of Videos und kleinen Tutorials bzw. Workshops und Vorhaben kommen. Als Fotograf sind solche Konzepte sicherlich nicht einfach, da der Job schon viel Arbeit mit sich bringt. Wie bist du auf die Idee gekommen das Projekt www.123mietstudio.de aufzuziehen?
Jan Kocovski: Das Mietstudio Projekt ist eigentlich, wie vieles in meinem Leben, aus einer Laune heraus entstanden. Ich habe lange darüber nachgedacht in Deutschland mehr zu arbeiten, und dazu gehört nun mal auch ein eigenes Studio. Da ich in der Vergangenheit viele Produktionen außerhalb meines Einzugsbereiches gemacht habe, war ein Studio eigentlich nicht notwendig. Die wenigen freien Studioarbeiten habe ich bei einem befreundeten Kollegen erledigt. Da ich mit großer Sicherheit mein Studio alleine nicht voll auslasten kann in der nächsten Zeit, suchte ich nach alternativen trotzdem Leben ins Studio zu bekommen. Da kam dann die Idee das Studio auch anderen Kollegen zur Verfügung zu stellen respektive Ambitionierten Hobbyfotografen eine professionelle Location zu geringen Kosten zu überlassen. Das ist jetzt sicherlich keine besonders kreative Idee, aber manchmal muss man das Rad einfach nicht neu erfinden.
Photab: Des Weiteren betreibst du ein Blog im Internet für diverse Making Of-Videos deiner Modelshootings und Tutorials für die richtige Kameranutzung. Du gibst Tipps für die Eventfotografie und das Handling der Kameras im ausschlaggebenden Moment.
Jan Kocovski: Ich versuche es zumindest. Ich gebe sehr gerne einen Teil meines Wissens weiter, auch wenn ich weiß das noch ein wenig mehr dazu gehört außer dem technischen Wissen. Viele verwechseln leider eine Affinität zu Technik mit Erfahrung und Gefühl. Nichts desto trotz schreibe ich sehr gerne über meine Arbeit und finde es sehr schön wenn ich ambitionierten Menschen ein klein wenig weiterhelfen kann auf ihrem Weg.
Photab: Auch hier würden sich unsere Leser sicherlich dafür interessieren, wie du zu diesem Projekt gekommen bist und was du in Zukunft noch vor hast für deine Leser umzusetzen?
Jan Kocovski: Mir kam die Idee vor längerer Zeit und den Ausschlag haben meine Workshops gegeben. Ich suchte eine Plattform bei der ich noch weitere Informationen und Ideen zum Besten geben kann, um den Kontakt zu den Teilnehmern meiner Kurse nicht zu verlieren. Nach einiger Recherche kam nur ein Blog in Frage. Allerdings ist das Projekt mittlerweile ziemlich stark abgedriftet, denn ich adressiere eigentlich sehr viele unterschiedliche Themen und es lesen auch nicht nur Teilnehmer meiner Workshops und Seminare mit. Ich wünschte ich könnte mehr Zeit dafür aufbringen, den die ganzen Themen die noch auf meiner Agenda stehen sind ziemlich spannend. Deswegen arbeite ich an diesem Projekt mehr oder minder sporadisch. Meistens sitze ich in irgendeinem Hotel am Abend rum und versuche dann meine Blog Projekte wieder mit Leben zu füllen.
Photab: Ich möchte mich herzlich bei dir für das sehr ausführliche Interview bedanken und drücke dir die Daumen, dass du deine Vorhaben für die kommenden Monate umsetzen kannst. Weiterhin viel Erfolg bei deinem Job als Fotograf.
Jan Kocovski: Vielen Dank! Es hat mich wirklich sehr gefreut deine Fragen zu beantworten und wenn deine fleißigen Leser noch weitere Fragen haben, helfe ich immer wieder gerne.




















