Beugungsunschärfe

Die Beugungsunschärfe ist eine Unschärfe im Bild, verursacht durch Beugung. (Beugungsscheibchen)



Jeder, der professionelle Aufnahmen machen möchte, hätte gerne eine Fotografie mit einem akzeptablem Faktor an Schärfe und Kontrast. Doch wenn an der Digitalkamera ein zu hoher Blendenwert eingestellt ist, nämlich die kleine Blendenöffnung genutzt wird, sind die Ergebnisse in dieser Hinsicht sicher nicht zufriedenstellend. Genau dies ist Beugungsunschärfe. Was aber ist erst einmal Beugung?

Beugung

Sie wird produziert, sobald das Licht auf die Blendenöffnung trifft. Die Lichtstrahlen können nicht gerade verlaufen, da sie am Rand der Blendenlamellen gebeugt werden. Ein Bildpunkt wird auf diese Weise nicht wieder als Punkt abgebildet, sondern als eine Art Scheibe. Der Durchmesser dieses Bildscheibchens vergrößert sich nun in Abhängigkeit von einer kleiner werdenden Blendenöffnung.

Genau dieser Aspekt ruft die Beugungsunschärfe hervor, eine Fotografie mit einem unbefriedigenden Faktor an Schärfe und Kontrast geht daraus hervor.
Wenn nun die Bildscheibchen größer sind als die Größe der Pixel, der Abstand von Pixelmitte zu Pixelmitte somit nicht optimal, verringert sich die Auflösung der Fotografie. Das nennt man Pixelpitch, und hängt zusammen mit der Sensorgröße der verwendeten Kamera.

Je nach dem Typ von Kamera findet gibt es auch eine maximale Blende. Wenn dieser Grenzwert überschritten wird, verringert sich die Auflösung der entstandenen Fotografie.

Der Pixelpitch einer Eos 20D oder EOS 350D liegt bei 6,4. Die maximale Blende darf also nicht höher sein als 10,6. Sie muss mit dem kleineren Sensor eines Beschnitts des Bildfeldes, dem Cropfaktor der Kamera, multipliziert werden und es sollte somit Blende 17 gewählt werden. Diese Blende wäre für die entstehende Fotografie förderlich, weil eine Beugungsunschärfe bis zu dieser Grenze, die diese kleinste Blende hat, nicht auffällt.

Folgen für die Fotografie des Nutzers einer Digitalkamera

Wenn ein Objektiv an einer 350D angebracht wird, ist es sicherlich möglich, stärker abzublenden als mit Blende 17. Doch nach dieser Begrenzung fängt das menschliche Auge an, eine Beugungsunschärfe wahrzunehmen. Die kleinste Blende ist somit nicht automatisch auch die stärkste.
Ein Osterei mit einer dementsprechenden Colorierung kann daher durchaus mit der Blende 32 unschärfer aussehen als mit der 8.

Was die Schärfentiefe betrifft, wird sich ergeben, das eine höhere Einstellung als 17 kaum etwas Positives auf der Fotografie bringt, da sich bereits bis zu dieser Begrenzung eine scharfe Abbildung des Motivs erreichen lässt.
Um eine adäquate Schärfe zu erreichen, kann sich hierbei nur im förderlichen Bereich der Blendenwahl bewegt werden. Dies ist die kleinste, bei der keine Beugungsunschärfe produziert wird.

Jeder, der sich also nicht über eine Fotografie wegen der Beugungsunschärfe ärgern möchte, sollte diese Regeln beachten, denn schließlich gibt es auch Motive, die sich möglicherweise nur einmal so und nicht anders ergeben.
Die Beugungsunschärfe wegen der falschen Blende läßt sich bei einer Fotografie vermeiden, die Beugungsunschärfe ist somit steuerbar.

Begriffe zusammengefasst: Pixelpitch: Abstand von Pixelmitte zu Pixelmitte (abhängig von Sensorgröße bzw.Pixelgröße). Daraus resultiert eine

Blendenzahl:
5D Pixelpitch 8,2 – maximale Blende 13,4
350D Pixelpitch 6,4 – maximale Blende 10,6 (xCrop = 17)
10D Pixelpitch 7,4 – maximale Blende 12,1 (xCrop = 19,1)

förderliche Blende: kleinste Blende ohne Beugungsunschärfe

Crop-Faktor: Durch den kleineren Sensor einen Beschnitts des Bildfeldes (Verkleinerung des Bildwinkels).

 

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